DIE WURZELN DER LOGE

In den Befreiungskriegen gegen Napoleon 1813 bis 1815 wurden einer alten Tradition folgend von den Großlogen der beteiligten Ländern sogenannte Feldlogen gegründet, damit die Soldaten, die auch Freimaurerbrüder waren, auch fern der Heimat ihrer Logentätigkeit nachgehen konnten.

Eine dieser Feldlogen, die „Feldloge No. 2“, wurde von der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland gestiftet.

Nach dem Kriege wurde diese Loge 1816 in Erfurt zu einer regulären Loge umgewandelt. Gründer dieser Loge war Wilhelm Ludwig Viktor Graf Henckel von Donnersmarck. Die Loge erhielt den Namen „Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz“ und bezog sich dabei auf König Friedrich Wilhelm III. von Preußen.

FRIEDRICH WILHELM III.

Dieser König war zwar zu Beginn und am Ende seiner Amtszeit umstritten, aber während und nach dem Kriege bei seinen Untertanen sehr beliebt und aus freimaurerischer Sicht ein Vorbild, auch wenn er selbst kein Freimaurer war.

Durch seinen Aufruf „An mein Volk“ hatte der König 1813 als erster Souverän seine Politik gegenüber seinen Untertanen ohne Zwang aus eigenem Antrieb gerechtfertigt. Er hatte während des Krieges das erste Eiserne Kreuz gestiftet, einen Orden, der ohne Anerkennung des sozialen Standes verliehen wurde.

Er unterstützte die Bildung in seinem Staate, ließ 1806 die erste preußische Blindenanstalt gründen, unter Wilhelm von Humboldt 1810 die Universität Berlin, 1811 die Universität Breslau und zuletzt 1818 die Rheinische-Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn.

Er bemühte sich um eine friedliche Einheit der Konfessionen und sorgte 1812 für eine annähernd rechtliche Gleichstellung der Juden in Preußen.

DIE FRÜHE ZEIT IN ERFURT

Unsere Loge „FWzeK“ hatte bei ihrer Gründung in Erfurt 42 Mitglieder und war die zweite Freimaurerloge in dieser Stadt. Mit der Versetzung des Logengründers nach Bar-le-Duc in Frankreich 1817 verließen auch zahlreiche Brüder, die seinem Regiment angehörten die Loge.

In der Folgezeit wurde das 25. Inf. Rgt. nach Köln und das 31. Inf. Rgt. nach Nordhausen versetzt und weitere Brüder verließen die Loge, so dass eine Zeit des Niedergangs begann. Schon bald musste unsere Loge von der zweiten Loge am Ort, „Karl zu den 3 Greifen“, die zur Großen National-Mutterloge „Zu den 3 Weltkugeln“ gehörte, personell unterstützt werden.

Am 20. November 1819 schloss die „FWzeK“ in Erfurt ihre Arbeiten und wurde auf Wunsch ihres Gründers Graf Henckel von Donnersmarck in das kleine Städtchen Torgau verlegt, dass damals gerade mal 4.000 Einwohner zählte.

DIE ZEIT IN TORGAU

Nachdem unsere Brüder einen verfallenen Flügel des Rathauses in Torgau als Logenhaus ausgebaut hatten, wurde die Einsetzung der Loge „Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz“ am 18. Januar 1820 gefeiert. Auch hier bestand bereits eine Loge, genannt „Zu den 3 Kränzen“ unter der Großen Loge Royal York zur Freundschaft.

Obwohl die Stadt recht klein war, wuchs unsere Loge bis zum Jahre 1823 auf 150 Mitglieder an. Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände dauerte diese erfolgreiche Zeit aber nicht lange an. Von Donnersmarcks Nachfolger als Logenmeister erkrankte schwer, in verschiedenen Ländern des Deutschen Reiches kam es zu Verboten von Freimaurerlogen, so dass viele Mitglieder aus Angst auch in Torgau die Loge verließen und allgemeine wirtschaftliche Schwierigkeiten führten dazu, dass unsere Loge am 2. Januar 1828 inaktiv gestellt wurde.

Auch die Loge „Zu den 3 Kränzen“ schloss nicht lange danach ihre Pforten. Als Graf Henckel von Donnersmarck 1849 plötzlich an der Cholera erkrankte und starb war es ihm, inzwischen war er Ordens+Meister der Großen Landesloge geworden, nicht gelungen, seine Loge wieder zu begründen.

 

WIEDERBEGRÜNDUNG IN BONN

Dies geschah erst 29 Jahre nach der Inaktivierung. In Bonn gab es in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts einen freimaurerischen Verein, aber keine Loge. Sie beantragten 1857 bei der Großen Landesloge eine Logengründung und hatten 18 interessierte Brüder zusammen. Der damalige Ordens+Meister von Selasinsky war selbst noch in der „FWzeK.“ Mitglied gewesen und machte den Vorschlag statt einer Neugründung die inaktive Loge in Bonn zu reaktivieren.

Am 2. Dezember 1857 feierten wir in Bonn ihre Wiedereröffnung unter dem ersten Bonner Logenmeister Graf Hermann von Salm-Hoogstraeten, der damals seinen Altersruhesitz in Bonn hatte. Das erste Logenhaus befand sich in der Schumannstraße 33 und ist heute nicht mehr existent. Ihm folgten als Logenmeister die Brüder Carl Muß, Polizei-Inspektor a.D. und Amtsanwalt, der Universitäts-Buchdrucker Wilhelm Georgi und der Oberstleutnant a.D. Friedrich Wilhelm Magnus. Unter Br. Georgis Leitung unterstützte unsere Loge die Opfer der Flutkatastrophe, die das Rheinland Ende 1882 heimsuchte.

1882 wurde auch mit dem Bau eines neuen, größeren Logenhauses begonnen, da unsere Loge auf 93 Brüder angewachsen war. Das Haus Schumannstraße 8 existiert heute noch, ist aber nicht mehr als Logenhaus erkennbar und wird auch nicht von Freimaurern genutzt. Der Logenmeister, der unsere Loge sicherlich am stärksten geprägt hat war der Mineralienhändler Fritz Kranz, der „seiner“ Loge über 25 Jahre vorstand. In seine Amtszeit fiel auch die Errichtung einer Andreasloge in Bonn, die 1907 unter dem Namen „ROBUR“ errichtet wurde. Unter Br. Krantz entstand auch der „Frauen-Verein der Loge FWzeK.“, der für Bonner Waisenkinder und bedürftige Frauen Weihnachtsgeschenke organisierte und eine Weihnachtstafel ausrichtete. Auch begann man die Gründung einer weiteren Loge in Bad Godesberg vorzubereiten, was aber unter anderem durch die Inflation zum Scheitern verurteilt war.

DIE DUNKLE ZEIT

Die schwierigste Zeit hatte aber unser Bruder Bernhard Kutsche zu meistern, der 1924 zum Logenmeister gewählt wurde und 1935 dem Druck der Nazis nachgeben und unsere Loge schließen musste.

Das Logenhaus wurde zwangsenteignet und ging in den Besitz der Knappschafts-Berufsgenossenschaft über. Dennoch sind zwischen 1923 und 1932 noch 69 Männer in die Loge aufgenommen worden.


DIE LOGE „FÜNF PUNKTE“

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bereits 1945 die Große Landesloge und kurz darauf auch ihre Tochterlogen wieder gegründet. 1947 wurde die Johannisloge in Krefeld wieder eröffnet, 1948 folgten Düsseldorf, Remscheid und Solingen, 1949 dann Köln.

In Bonn wurde die Loge „Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz“ erst 1952 durch den pensionierten Universitätsprofessor Bruno Rogowsky, allerdings unter einem neuen Namen wiederbegründet. Wir gaben ihr den Namen „FÜNF PUNKTE“, sprachen aber schon bei der Gründung die Hoffnung aus, dass dieser Name nur ein Übergang sein solle. So sahen die Brüder damals die fünf Punkte sozusagen als Platzhalter für die fünf Worte des ursprünglichen Namens an.

Zu Beginn mieteten wir uns für unsere Treffen im Hotel Bergischer Hof ein und die Bruderschaft war noch so klein, dass für rituelle Veranstaltungen Brüder von Außerhalb aushelfen mussten. Wir wuchsen in dieser schwierigen Zeit langsam aber stetig, und wir beschlossen ab 1955, mit einer anderen Bonner Loge, der „Bruderkette vor den 7 Bergen“ gemeinsam deren Haus in der Kaiser-Friedrich-Straße zu nutzen. 1959 hatte unsere Loge 38 Mitglieder, aber nur 10 davon waren tatsächlich in Bonn ansässig, so dass die schwierige Zeit immer noch nicht überwunden war.

DAS BONNER LOGENHAUS

Erst 1960 konnten die damals zwei Bonner Logen ein geeignetes Logenhaus in der Dyroffstraße mitten in Bonn erwerben, umbauen und beziehen.

In den folgenden Jahren wuchs unsere Loge auf bis zu 90 Brüder im Jahre 1966 an. Die besonderen Umstände Bonns als Bundeshauptstadt ließen die Zahl der Brüder immer wieder durch Zuzug und Wegzug schwanken, so dass sich die Mitgliederzahl im Durchschnitt auf etwa 70 beläuft.

Im Jahr 2007 beschloss die Mitgliederversammlung unserer Loge, den alten Namen wieder anzunehmen, und so können wir uns seit April 2008 wieder offiziell „Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz“ nennen.